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VIRTUAL REALITY

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Die Verwandlung der Welt und die Geschichte der Rüsch-Werke -

Eine virtuelle Tour zwischen glühendem Eisen, rauchenden Schloten und menschlichen Schicksalen

Bei der Industrialisierung handelt es sich um einen Vorgang, der sich heute noch auf der ganzen Welt ereignet. Der langsame, im jahreszeitlichen Rhythmus schlagende Puls einer ländlichen Gesellschaft wich dem Diktat der Fabrikuhren, die täglich gewaltige Mengen an Arbeiterinnen und Arbeiter in Bewegung setzten. Massen von Menschen verloren durch Maschinen ihre oft über Generationen ausgeübten Berufe. 


Die Zeitgenossen waren von den ersten industriellen Zentren schockiert, denn hier herrschten Schmutz, Gestank und Lärm. Fabrikarbeit durch alle Familienmitglieder brachte trotz der oft menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen mit der Zeit steigende Einkommen. Massenkonsum lies erstmals eine Konsumgesellschaft entstehen, die ihrerseits industrielle Dynamik generierte. Das Aufkommen einer Arbeiterschaft und eines Bürgertums änderte die Gesellschaft, moderne Massenparteien entwickelten sich. Gewerkschaften bildeten sich, langsam verbesserten sich die Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit wurde verboten.

Die Geschichte der Rüsch-Werke in Dornbirn spiegelt diese weltweite Entwicklung im Kleinen wieder. 

Vor rund 200 Jahren begann die Industrialisierung in Dornbirn. Die fortschreitende Mechanisierung, der stete Hunger der Betriebe nach mehr Energie brachte Spezialisten wie Josef Ignaz Rüsch aus der Schweiz nach Dornbirn. Er begründete einen Betrieb, der über Generationen erfolgreich sein sollte. Mit Turbinenanlagen, Werkzeugmaschinen und Guss-Produkten waren die Rüsch-Werke auch international geschätzt. Heute befindet sich im ehemaligen Fabrikareal das naturgeschichtliche Museum inatura und der Kunstraum Dornbirn. Wer das Museum besucht, wird in den alten Gießereihallen riesige Öfen entdecken, aus denen einst flüssiges Eisen abgestochen wurde. Wer die ehemalige Montagehalle betritt, ahnt es vielleicht, kann sich aber nur schwer vorstellen, wie dort früher einmal riesige Turbinen, Pumpen oder Webstühle zusammengebaut wurden. 

Begeben Sie sich auf eine Zeitreise und erleben Sie die damalige Welt aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

Dank moderner Technologien ist es heute möglich, die Geschichte der Rüsch-Werke neu zu erleben. Im Zuge des ViRAL-Projekts entstand eine VR-Produktion, mit der nun eine immersive Tour durch das historische Gelände möglich ist. Sie ist Teil des Geschichtspfads „StadtSpuren“, der die Industriegeschichte Dornbirns erzählt. Es ist eine Geschichte der Menschen, die in den Rüsch-Werken gearbeitet haben. Eine Geschichte geprägt von Ehrgeiz und Technik, Erfolg und Misserfolg, Armut und Dunkelheit. Vier Charaktere, der Besitzer, der Ingenieur, die Zwangsarbeiterin und der Arbeiter, führen Sie durch das Gelände und erzählen ihre Geschichte. Sie können die virtuelle Umgebung frei erkunden. Dabei stoßen Sie auf alte Fotos, die zeigen, wie das Gelände früher aussah und weitere Informationen zur Geschichte des Unternehmens liefern - und Ihnen helfen, die Geschichten unserer Charaktere noch besser zu verstehen. 

Die VR-Produktion wurde so konzipiert, dass sie vor allem zur Fortbildung und Weiterbildung von Erwachsenen dient. Pädagogen finden dazu eine Reihe an Erläuterungen, Tipps und möglichen Aufgaben auf dieser Webseite. 

Die VR-Tour ermöglich es, industrielles Kulturerbe neu zu erleben, einen Blick in die Vergangenheit zu erhaschen. Sie ermöglicht es Parallelen zu unserer heutigen Zeit zu ziehen und Fragen zu stellen – zu Arbeit und Produktionsbedingungen, Geschlecht und Diskriminierung, Fortschritt und Technik.

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Das ViRAL-Projekt 2018-1-AT01-KA204-039209 wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.

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